Mundart als Fundgrube

Mundart als Fundgrube

 Diese Veranstaltung war die Folge des Mundart-Gedicht Wettbewerbs zur Jubiläumsfeier im März.

Virtuos führte Buchautor und Mundartdichter Hartmut Keil als profunder Kenner der Materie durch den interessanten, kurzweiligen, lehrreichen Abend, bei dem auch die gute Laune nicht zu kurz kam. So wurde auch das Geheimnis um das Wort mit den 5 „sch“ aufgeklärt.

Zahlreiche Aspekte unserer Mundart wurden behandelt, darunter sprachhistorische Entwicklung, Phonetik und Schreibweise, insbesondere das nasale a in seiner Darstellung als a mit Tilde: „Ãã“.

Die wohl bedeutsamsten Mundart-Verben „due“ und „mache“ wurden erklärt, ebenso die „wu-Konstruktion“. Die Bedeutung des Genitivs oder mundartlich besser „dem Genitiv seine Bedeutung“ kam nicht zu kurz.

Lokale Besonderheiten wurden am Beispiel der ã-Wormser und der ä-Wormser aufgezeigt, also etwa „Ãmer“ und „Ämer“ für „Eimer“ oder „ããn ããnzische Ããnser“ und „ään äänzisch Äänser“ für das einmalige Erreichen der Schulnote „sehr gut“. Die Leiselheimer Platt-Babbler sind also eher ã-Wormser.

 Ein Exkurs über den jiddischen und französischen Einfluss auf unsere Mundart, sowie Redewendungen und Sprichwörter rundeten den Kurs ab.

Viele Lacher gab es bei den Leseübungen, dem Eingangs- und dem Ausgangstest.

Auch die Lösung für das Wort mit den 5 „sch“ erheiterte die Wissbegierigen:

Schtreischholzschäschdelsche

Vorsitzender Heinrich Bock bedankte sich beim Seminarleiter Hartmut Keil und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über den regen Zuspruch, überreichte die Teilnahme-Urkunden und verwies auf die nächste Veranstaltung:

Spaziergang für Alt und Jung auf den Spuren des Leiselheimer Mühlgrabens mit Abschluss auf dem Dorfplatz an der Adam-Riese-Straße. Termin ist Samstag, der 6.6.2026, um 15 Uhr. Treffpunkt Neuwegstraße, Spielplatz.